Werke

Malerei

Die formalen Mittel in der Bildern von Werner Schaub stehen im Kontext zum inhaltlichen Aspekt: Als Bildträger dienen Platten aus Holz, das als Material wahrgenommen wird, einem Werkstoff allerdings, das von einem Lebewesen, einem Baum, gewonnen wurde.

Mit Ölfarben und Teer – ebenfalls genuine Naturprodukte - gestaltet Schaub auf der Holzplatte assoziative Landschaften und montiert darin unscheinbare Relikte von Gegenständen als Verweise auf menschliche Eingriffe in die Natur.

„Auf Holz als Bildträger breiten sich Landschaften aus von visionärer Ödnis, die expressive Malweise des „Himmels“ kontrastiert zum massiven Schwarz des Teers, dazwischen das blanke Holz. Damit wird der Kreis in sich schlüssig, denn Teer heißt ja ursprünglich „der zum Baum gehörige“ und ist verwandt mit treu und Trost.“  zur Galerie >>

(Dr. Bodo Brzoska, Bauhaus-Universität Dessau, zitiert aus der Einführung zu einer Ausstellung von Schaub)

Zeichnung

„Werner Schaub reibt sich am Umgang mit der Natur. Indem er sich alltägliche Ansichten, die banal erscheinen, zeichnend aneignet, verändert er auch unmerklich die Wahrnehmung des Betrachters. Schaub fokussiert den Blick, sonst nichts. Keine falschen Romantizismen klingen hier an, der Blick des Künstlers entfernt wie mit dem Skalpell das gewohnte Umfeld. ... Und dennoch, vielleicht aber auch gerade deswegen demonstrieren Schaubs Zeichnungen eine ganz eigene Ästhetik.“  zur Galerie >>


Dr. Martin Stather, künstlerischer Leiter des Mannheimer Kunstvereins

Druckgrafik

„Es besteht eine eigentümliche Spannung zwischen der Schönheit, Klarheit und Konsequenz dieser Radierungen, die durchaus etwas mit ästhetischen Vorstellungen zu tun haben. Die Komposition ist nahezu konstruktivistisch, streng geometrische Dominanten bestimmen das formale Gefüge, Vertikale, Horizontale und Diagonale werden in ein durchdachtes Verhältnis zu einander und zur Bildfläche gebracht.

Doch diese formalen Elemente verhalten sich zu den in Szene  gesetzten Inhalten nicht neutral, sie konzentrieren vielmehr den Blick auf Realitätsaspekte. Aber Schaubs Bilder agitieren nicht, sie regen eher an, es ihm gleich zu tun und genauer hinzusehen und sich über das, was man sieht – oder was er sieht – Gedanken zu machen.  zur Galerie >>

 

Prof. Hans Gercke, bis 2007 Direktor des Heidelberger Kunstvereins

Fotografie

Seit 2002 arbeitet Schaub auch mit dem Medium Fotografie, mit dem er sich schon in seinen Studienjahren – neben dem Film – auseinander gesetzt hat.

Seine Fotografien sind keine Schnappschüsse, sondern sorgfältig inszenierte Aufnahmen von Akten: Die oder der Fotografierte bleibt anonym, das Gesicht ist nicht zu sehen. Vielmehr konzentriert sich Schaub auf den Torso in einer Form, die den Körper zur Landschaft werden lässt, mit sanften Hügeln und schattigen Tälern, wobei der Lichteinfall gezielt eingesetzt wird.

Die reine Ästhetik dieser Körperlandschaften erinnert an die Erkenntnis der Psychologie, dass unsere ästhetische Wertung in der Wahrnehmung des menschlichen Körpers gründet.